Walter Serner: Letzte Lockerung


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Ein Handbrevier für Hochstapler und solche, die es werden wollen, diese "glänzende Analyse des Zeitalters des vollendeten Nihilismus" (Jörg Drews) schrieb Walter Serner 1918.
1920 veröffentlichte er den ersten Teil als dadaistisches Manifest. Erst 1927 kam ein weiterer Teil dazu und das Werk erhielt seinen Untertitel. Die Letzte Lockerung bietet Hinweise zu allem, worüber Kosmopoliten informiert sein sollten, darunter Menschenkenntnis, Reisen und Hotels, Männer, Frauen, Kleidung und Manieren, Elementares und Sonderlich Wichtiges. Serner wirft mit diesem Ratgeber für Dandytum und anarchischem Hedonismus Schlaglichter auf eine moralisch verkommene Gesellschaft und feiert die Individualität. Neben unausführbaren Handlungsanweisungen (womit er den Situationisten einige Jahrzehnte vorgegriffen hat) stehen scharfsinnige Analysen politischer Zustände und lakonisch formulierte Welterkenntnisse. Sieben Motti stellt er Teil 1, acht Motti Teil 2 voran. Dazwischen eingestreute Lieder zu völlig anderem. Den roten Faden bildet die Zerstreuung, das Enzyklopädische. „Walter Serners Lektüre als letzte Lockerung vor der Auflösung der Strukturen. Dirk von Lowtzows Stimme als Bindeglied zwischen Serners geistreich und kühl aggressiver Hochstapler Lyrik und einer minimalistischen Elektrosymphonie. Lieder als bis ins Detail fragmentierte Tracks, werden zerhackt, aufgeladen mit Disharmonien, abgebrochene Rhythmen, melancholische Melodielinien, verfilterte Soundschleifen, eingestreute Störsignale und Rauschen. Ein A-Capella Stil – erst einstimmig, dann zweistimmig, um in einem mehrstimmigen Chor zu münden, unterlegt von sich endlos wiederholenden Sounds in variierenden Schattierungen. ‚Der zerebrale Rausch, in dem diese Lektüre geschieht, kann nicht groß genug sein‘, schrieb Walter Serner, der zerebrale Rausch, der beim Hören entsteht, sollte es ebenso sein.“ (Quelle: zeitblom)

Mit Dirk von Lowtzow
Komposition und Realisation: zeitblom
BayrischerRundfunk 2012
Länge: 57 Minuten

Größe: 54,2 MB

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